Irland 2014

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Ireland – „A terrible beauty“ 12. – 18. Mai 2014

 

 

 

 

 

 

 

 
Belfast Castle

 
Tag 1: Keep calm and go to Ireland!
„Treffpunkt IFA um 06:45“. Trotz der frühen Stunde waren die meisten von uns ziemlich aufgedreht (lag’s vielleicht an den ÜDP eine Woche zuvor?). Um 7 Uhr ging’s los nach München. Der Flug war angenehm und nach ca. 1 ½ Stunden sind wir in Dublin gelandet. Die Uhren wurden eine Stunde vorgestellt, dann kam auch schon unser Busfahrer Charlie und schon ging’s los! Die ersten Eindrücke waren schlicht und einfach: Grün! So ein sattes Grün sieht man bei uns nur selten. Auf der Küstenstraße fuhren wir in den Norden, wo auch der erste Stopp war. In Newcastle, County Down, schnupperten wir zum ersten Mal die Meeresluft und einige vertraten sich am Ufer die Beine. Da es etwas bewölkt war, wollte keiner ins Wasser.
Abends Check-in im Hotel Ramada Encore in Belfast, der Hauptstadt Nordirlands. Unser Hotel lag im Cathedral Quarter, also im Stadtzentrum. Müde von der langen Reise sind die meisten von uns nur noch auf ein Guinness oder einen Cider in den Pub.


Tag 2: „There really is a sense of renewal and hope.” – Liam Neeson
Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet mit Baked Beans, Pilzen, Ei und Bacon ging es auf eine Stadtrundfahrt mit Guide. Wir haben über die Aufstände erfahren, etwas auf die Peace Wall geschrieben, Belfast Castle und Stormont (Regierungsgebäude) besucht. Das Wetter spielte mit. Immer wenn wir aus dem Bus stiegen, schien die Sonne. In manchen Vierteln spürt man immer noch die Auswirkungen der Aufstände, und es ist dann keine „Friede, Freude, Eierkuchen“–Stimmung, obwohl die Menschen in Belfast wirklich sehr nett und hilfsbereit sind. Allerdings ist die Stadt wirklich schön. Wir haben uns wohl gefühlt und Spaß gehabt. Nach der Tour wurden wir zu verschiedenen Museen gebracht. Zur Auswahl standen The Titanic Experience, Crumlin Road Gaol Museum oder Ulster Museum. Danach machten wir die Stadt unsicher. Die Mädels unterstützten natürlich diesmal wieder die irische Wirtschaft und besuchten das allbekannte Einkaufszentrum Primark. Tipp: Schnell durch Belfast kommt man mit einem Taxi, einem „Black Cab“ und man zahlt selten mehr als £ 5.


Tag 3: “I can resist everything except temptation” – Oscar Wilde
Goodbye Belfast! Charlie fährt auf der Antrim Coastal Route durch County Antrim (Surprise!) und unser erster Halt ist das Hafenörtchen Carrickfergus, in dem eine Normannische Festung steht. Dann ging es weiter ins Peace Centre Corrymeela bei Ballycastle. Wir wurden mit Tee, Kaffee, Keksen und Obst empfangen und viele von uns waren erstmal überwältigt von der Gastfreundschaft. Das Peace Centre ist eigentlich eine christliche Einrichtung, in der jedoch alle Glaubensrichtungen, Lebenseinstellungen und Orientierungen willkommen sind. Freiwillige aus aller Welt organisieren dort Seminare, Sommercamps und allerlei Veranstaltungen. Wer einen Gang zurückschalten möchte, für denjenigen ist Corrymeela ein toller Ort. Noch zu erwähnen ist, dass die Franconian Society, eine internationale gemeinnützige Gruppe aus Erlangen, einen Betrag an das Peace Centre gespendet hat. Nach Kaffee und Keksen ging es weiter mit Whiskey! Wir hatten eine Führung bei der ältesten Whiskeydestillerie der Welt: Bushmills (seit 1608). Danach konnte jeder seinen Gutschein einlösen und durfte sich ein Glas Whiskey holen. Natürlich wurde jede Sorte probiert. Nachdem wir uns Mut angetrunken hatten, fuhren wir zur Carrick-a-Rede Rope Bridge. Eine Hängebrücke, die 25 Meter über dem Meer ca. zehn Meter lang vom Festland zur kleinen Insel Carrick-aRede führt. Das war mal was für Adrenalinjunkies! Der Ausblick auf der anderen Seite entschädigte aber für die angerissenen Nerven. Es war einfach wunderschön! Das Meer war fast azurblau und das Wetter spielte auch mit. Nachdem alle wieder heil am Bus angekommen waren, fuhren wir weiter zum Giant’s Causeway (englisch für „Damm des Riesen“, irisch „Clochán an Aifi r“). Ausgestattet mit einem Audioguide hatten wir genug Zeit, um auf den Steinen herumzuklettern. Es gab keine Unfälle und alle konnten die Reise nach Londonderry/Derry antreten. Unser Waterfoot Hotel war etwas „ab vom Schuss“, doch wir bekamen Taxigutscheine, mit denen wir jederzeit in die Stadt fahren konnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Slieve League

Tag 4: „Tread softly because you tread on my dreams“ – W. B. Yeats
Am Vormittag hatten wir eine etwas andere Stadtführung mit Guide Adrian. Er führte uns von den Anfängen des britischen Imperiums über die Aufstände in Irland bis in die Gegenwart. Wir sind über die  alte Stadtmauer gegangen und haben kleine Stopps eingelegt. Der Grund, warum wir Londonderry/Derry schreiben ist der, dass die Stadt immer noch in zwei Lager gespalten ist. Der katholische Name ist Derry und es weht die Grün-Weiß-Orangene Flagge vor den Häusern. Auf der anderen Seite der Mauer sagt man Londonderry, hisst den Union Jack oder die Flagge von Ulster. Adrian ging sehr  emotional auf dieses Thema ein, machte aber Hoffnung, dass vielleicht eines Tages die Mauern – vor allem die in den Köpfen der Menschen – überwunden werden könnten.
Den Nachmittag hatten wir frei, die Geisteswissenschaftler pilgerten durch die Kirchen, andere gingen Shoppen oder Essen (auch diese Stadt hat den großen Laden, der mit „P“ anfängt). Abends ging ein Teil ins Musical von Rod Stewart und kehrte gut gelaunt zurück, der Rest versumpfte in diversen Pubs. ;-)


Tag 5: „Shut your eyes and see” – James Joyce
Am Freitag waren wieder alle vollzählig und es ging in den Westen, in die Republik Irland und County Donegal. Also hieß es wieder Euros einpacken. Wir würden Donegal als typische „Herr der Ringe“ – Kulisse beschreiben: grün mit wunderschönen Küsten, andererseits rau mit schroffen Hügelkämmen und Moor. Charlie fuhr uns todesmutig die schmalen gewundenen Straßen hinauf und büßte dabei einen Spiegel ein. Das Highlight dieser Tour lag aber noch vor uns: Slieve League – die höchsten Klippen Europas, ca. 450 Meter hoch. Das Wetter war toll, fast keine Wolke am Himmel. Wir wanderten über Hügel, durch Moorlandschaft und Wiesen bis zum Rand (die Straße zu nehmen, war uns dann doch etwas zu normal). Wie ihr euch vorstellen könnt, waren wir einfach überwältigt von den ganzen Eindrücken. Wir zwischen den Bergen und dem Meer. Man steht da und bemerkt, wie klein man eigentlich wirklich ist gegenüber der Natur. Nach zwei Stunden und einigen abgelaufenen Kilos fuhren wir weiter durch absolutes Ödland: es gab einen Berg, sonst war wirklich nichts! Nichts! Und wenn in Irland mal kein Schäfchen zu sehen ist, will das schon was heißen). Im Glenveagh National Park sah die Sache schon ganz anders aus. Dort gab es so viele Pflanzen und ein kleines Schloss zu sehen, außerdem einen See mit Hügeln dahinter (wer James Bond – Skyfall gesehen hat: genauso sah das aus!) Nach weiteren 4 Kilometern auf unserem Konto brachte uns Charlie wieder zurück ins Hotel.


Tag 6: „Your feet will take you where your heart is“ – Irish Proverb
Bei durchwachsenem Wetter fuhren wir nach Omagh, County Tyrone, in den Ulster American Folk Park, ein Freilichtmuseum, in dem wir auf den Spuren irischer Einwanderer in Amerika waren. Der Park war sehr schön aufgebaut, wir konnten in jedes Haus gehen und wenn Rauch aus dem Kamin kam, saß jemand drin und erzählte uns die Geschichte der ehemaligen Bewohner. Danach fuhren wir weiter nach Enniskillen, County Fermanagh, schlenderten durch die Stadt und fuhren dann mit einem Boot auf dem Lough Erne zur Devenish Island, wo eine Klosterruine stand, die im 6. Jahrhundert gebaut worden war. Leider war es sehr windig. Die gefühlte Windgeschwindigkeit lag bei 80 km/h. Der letzte Abend in Nordirland brach an und es wurde nochmal in den Pubs gefeiert, bevor man noch ein letztes Mal mit dem Taxi zum Hotel fuhr.


Tag 7:„But though they pave the footways here with gold dust, I still would choose the Isle of Innisfree.” – Irish Song
Es wurde ein letztes Mal irisch gefrühstückt, dann ging es auch schon in Richtung Dublin. Der letzte Stopp war am Strand von Dublin Bay, bevor wir von Charlie am Flughafen abgesetzt wurden.
Schweren Herzens nahmen wir Abschied von einer wirklich einzigartigen Insel mit einer schwierigen Vergangenheit, die teilweise immer noch spürbar ist. Auf der anderen Seite wird man auf der Insel mit so viel Herzlichkeit empfangen, dass man sich einfach immer willkommen fühlt. Wir haben die Reise sehr genossen, haben viel gelernt, den Kopf frei bekommen und viel mitgenommen (nein, nicht nur Primark-Tüten).


Wir möchten uns von ganzen Herzen bei Frau Todt, Herrn Cunningham, Frau Davies-Brown und vor allem bei Frau Hellmann bedanken, die all das geplant hat, um uns ihre wunderschöne Heimat und ein besonderes Fleckchen Erde zu zeigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stormont

 

 
Milena Bott und Helena Endres